Informationen zum Basistarif in der privaten Krankenversicherung

Beratung Krankenversicherungpflicht Andere Versicherungen


Seit dem 01.01.2009 gibt es den Basistarif in der privaten Krankenversicherung. Der Basistarif ist in seinem Leistungsumfang mit dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Ehepartner und Kinder ohne Einkommen können im Basistarif allerdings nicht kostenlos mitversichert werden. Jede private Krankenkasse bietet den Basistarif an.

Die Beiträge im Basistarif richten sich nur nach dem Eintrittsalter und dem Geschlecht des Versicherungsnehmers. Der Gesundheitszustand spielt bei der Beitragskalkulation im Basistarif keine Rolle mehr. Der Beitrag für Einzelpersonen darf den durchschnittlichen Höchstbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung, ca. 500 € / Monat, nicht überschreiten. Der Basistarif ersetzt den bisherigen modifizierten Standardtarif in der privaten Krankenversicherung.

Wann soll man in den Basistarif wechseln?

Genau genommen gar nicht. Der Tarif ist von den Leistungen und der Prämie so gestaltet, dass er für fast alle, die einen Anspruch darauf hätten, uninteressant ist.

Vielfach besteht die Möglichkeit, in einen normalen Tarif der Versicherungsgesellschaften zu wechseln. Natürlich spielt hier dann eine Rolle, welche Prämie man bisher gezahlt hat, wie alt man ist und ggf. auch der Gesundheitszustand. Leider kann man pauschal, zumal bei einer so wichtigen Versicherung wie der Krankenversicherung, keine definitiven Aussagen treffen, ohne den jeweiligen Einzelfall zu prüfen.

Counter

Krankenversicherungspflicht und Basistarif

Der Basistarif ist im Zusammenhang mit der seit 2007 geltenden Krankenversicherungspflicht zu sehen. Erst durch den Basistarif, der ja keine Gesundheitsprüfung kennt, war es möglich, die Pflicht zur Krankenversicherung auch auf ehemalige privat Krankenversicherte auszudehnen. Denn häufig handelte es sich bei den Unversicherten um älter, vormals privat Krankenversicherte, die sich ihren Versicherungsschutz nicht mehr leisten konnten. der Weg in die gesetzlichen Krankenversicherung war gesetzlich versperrt und zurück in die private ging auch nicht, weil man eben ab einem gewissen Alter auch krank ist.

Wo muss ich mich versichern?

Dies hängt in der Regel davon ab, wo man zuletzt versichert war.

Ehemalige GKV Versicherte
Diese müssen sich zum 01.04.2007 wieder gesetzlich krankenversichern und zwar in der Kasse, wo sie zuletzt versichert waren. Dies ist dann der Status einer freiwilligen Mitgliedschaft (lt. §186,ABs. 11 SGBV (Sozialgesetzbuch)). Der Beitrag wird von der GKV nach Ermessen festgelegt und liegt zwischen 150-350 Euro monatlich.

Meldet sich der Nicht Versicherte nicht selbst bei der gesetzlichen Krankenkasse, so hat die Kasse die Möglichkeit, 4 Jahre rückwirkend für die nichtversicherte Zeit ab dem 01.04.2007 Beiträge zu erheben. Gem. der Neufassung von § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V (Sozialgesetzbuch) werden Personen, die bislang ohne Versicherungsschutz waren, aber früher einmal in der GKV versichert waren, wieder in der GKV zwangsweise versichert. Diese Personen, für die ansonsten kein Tatbestand der Versicherungspflicht greift (also in der Regel Selbständige), können aber jederzeit zur PKV wechseln. Gem. § 190 Abs. 13 SGB V endet die Mitgliedschaft in der GKV mit Ablauf des Vortages, an dem eine PKV beginnt.

Ehemalige privat Versicherte
Diese müssen sich spätestens zum 01.01.2009 privat versichern, die Wahl der Gesellschaft steht ihnen frei. Die einzige Pflicht die zum 01.07.2007 besteht liegt bei der PKV. Jeder Bürger, der zu dem Zeitpunkt nicht versichert ist und zuletzt bei einer privaten Krankenversicherung war, muss von einer beliebigen Privaten Krankenversicherung im modifizierten Standardtarif aufgenommen werden. Hinsichtlich der zuletzt PKV-Versicherten besteht die Pflicht zur Versicherung zum 1.1.2009, und nicht schon zum 1.7.2007. Diese Personen hatten aber das Recht, ab 1.7.2007 in der modifizierten Standardtarif aufgenommen zu werden (Kontrahierungszwang für die PKV). Der modifizierte Standardtarif wurde ab 1.1.2009 dann in den neuen Basistarif umgewandelt. Zu berücksichtigen sind die Wartezeiten für die Leistungspflicht in der PKV für bestehende Krankheiten. Alle nicht Versicherten, die bis zum 31.12.2007 in den modifizierten Standardtarif der PKV wechseln, haben eine Wartefrist von 3 bzw. 8 Monaten für laufende Krankheiten, deren Kosten nach ablauf der Wartezeiten übernommen werden. Alle, die sich nach dem 31.12.2007 im dann neuen Basistarif privat versichern, haben generell keine Kostenübernahme für Vorerkrankungen, auch bei Einhaltung der Wartezeiten nicht.

Sie wollen zurück? Lassen Sie sich unabhängig beraten!

Rückkehrer aus dem Ausland bzw. nicht Versicherte
Dieser Personenkreis muss sich spätestens zum 01.01.2009 privat versichern. Auch hier entweder in dem dann neuen Basistarif ohne Risikozuschläge und Leistungen wie in der gesetzlichen Krankenkasse oder in einem normalen Tarif mit Wahltarifen. Es gilt ebenfalls § 5 Abs. 1 Nr 13 SGB V. Diese Personen werden der GKV zugeordnet, es sei denn, sie sind hauptberuflich selbständig erwerbstätig oder Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG).